Das Sokratische Gespräch

Das Sokratische Gespräch ist eine Methode gemeinsamen dialogischen Bemühens um die Klärung grundsätzlicher Fragen. Die Teilnehmenden erfahren, dass die sokratische Methode ihr Denk- und Urteilsvermögen schult und erweitert, ihre Fähigkeit zur Gewinnung eigenständiger begründeter Einsichten und ihre dialogische Kompetenz entwickelt und das Selbstvertrauen in die eigene Vernunft stärkt. Das dialogische Denken und Sprechen wird von vielen Teilnehmenden auch als sozial und emotional bedeutsame Begegnungsform geschätzt.

Immer wieder stellen die Teilnehmenden fest, dass die Gespräche weiterwirken, dass sie später auch im Alltag kritischer an Gesprächen teilnehmen, genauer zuhören, Phrasen hinterfragen, weniger anfällig geworden sind gegen Dogmen oder bloße Schlagworte. Das Selbstvertrauen wächst durch die Erfahrung, dass wir nicht darauf angewiesen sind, Urteile von Autoritäten zu übernehmen, sondern durch eigenes Denken und Argumentieren selber zu begründeten Urteilen kommen können. So hat das Sokratische Gespräch, selbst wenn es sich nicht unmittelbar mit einem politischen Thema befasst hat, als anti-doktrinäre Gesprächsform eine politische Wirkung im Sinne der Förderung mündiger Bürger. Auch kann das Nachdenken über ethische Fragen über das jeweils behandelte Thema hinaus zu einer Orientierungshilfe bei der Auseinandersetzung mit Problemen der Lebensführung und des gesellschaftlichen Zusammenlebens werden.

 

Informationen zum Sokratischen Gespräch

Gustav Heckmann: Zur Charakterisierung des sokratischen Gesprächs

Flyer der PPA: Das Sokratische Gespräch. gemeinsam denken und philosophieren

Horst Gronke: Einführung in das „Sokratische Gespräch“

Horst Gronke: Einführung in das Sokratische Gespräch

Andreas Antić : Das Sokratische Gespräch. Wie dialogisches Philosophieren zur besseren Verständigung beiträgt

 

Gesellschaft für Sokratisches Philosophieren (GSP

Kontakt: gsp@sokratisches-gespraech.de 

 

Sokratische Gespräche in Chemnitz

Volkshochschule Chemnitz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz 

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation der Gesellschaft für Sokratisches Philosophieren e. V. und der Volkshochschule Chemnitz. Sie wird als Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer anerkannt. 

 

Kommende Veranstaltungen:

 

Samstag, 16.05.2020, 09:00 - 15:30 Uhr Neu: 28.11.2020, 09:00 - 15:30 Uhr

Thema 1: Bin ich für die Zukunft verantwortlich? 

Bin ich für die Zukunft verantwortlich? Wie blicken wir in unsere Zukunft und in die Zukunft nachfolgender Generationen? Hoffnungsfroh? Mit Bangen? Oft hat es den Anschein, als wären wir von irgendeiner Natur- oder Himmelsmacht abhängig, die unsere Geschicke lenkt. Aber sind wir, bin ich nicht selbst dafür verantwortlich, wie die Zukunft aussehen wird? Ob diese Frage mit guten Gründen mit nein oder ja zu beantworten ist, und worin gegebenenfalls meine Zukunftsverantwortung bestehen könnte, wird in diesem Sokratischen Gespräch aufgenommen. Es knüpft an unsere konkreten Lebenssituationen an.

Referent: Der Dozent, Dr. Horst Gronke, engagierte sich nach einer Forschungs- und Lehrtätigkeit an der FU Berlin in der Fort- und Weiterbildung in Ethik für Lehrende und Studierende. Er blickt auf eine lange philosophische Beratertätigkeit zurück und leitet Sokratische Gespräche seit 1990. Er ist Erster Vorsitzender der Gesellschaft für Sokratisches Philosophieren e.V.

 

Thema 2: Sollte ich stets tolerant sein?

Im Zentrum steht die Verständigung über die Wichtigkeit und über die Grenzen von Toleranz.

Referent: Der Dozent, Dr. Dieter Krohn, war als Lehrer in allen Schulformen und -stufen tätig. Zudem engagierte er sich in der universitären Lehre sowie bei der Aus- und Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer. Er leitet Sokratische Gespräche seit 1969. Bis zum November 2019 war er Erster Vorsitzender der Gesellschaft für Sokratisches Philosophieren e.V.

 

 

Samstag, 13.03.2021 NEU: 20.03.2021, 09:00 - 15:30 Uhr

Thema: Hat, wer eine Meinung äußert, auch recht?

Wir erleben es im Alltag häufiger: Jemand äußert eine Meinung und beharrt anschließend darauf, dass sie auch stimmt, er /sie lässt keinen Widerspruch zu. Vielleicht einigt man sich noch darauf, dass „jeder seine Meinung“ habe und geht auseinander. Aber reicht das? Ist es wirklich so gleichgültig, was wir denken und sagen? Braucht es keine Begründung? Und was ist überhaupt eine „Meinung“?

 

Referentin: Dr. Gisela Raupach-Strey

Ursprünglich Gymnasiallehrerin für Philosophie und Mathematik, Lehraufträge zur Fort- und Weiterbildung von Ethik-/Philosophielehrerinnen und in der Erwachsenenbildung, seit 1992 Didaktikerin für Ethik und Philosophie an der Martin-Luther-Universität Halle. Veröffentlichungen zur Philosophie- und Ethik-Didaktik, Dissertation zur Sokratischen Methode in der Nelson-/Heckmann-Tradition. Leiterin Sokratischer Gespräche seit 1978, Mitglied der Philosophisch-Politischen Akademie und der Gesellschaft für Sokratisches Philosophieren.

 


 

Vergangene Veranstaltungen:

 

Volkshochschule Chemnitz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz 

09.11.2019, 09:00 - 15:30 Uhr

 

Thema: Was bedeutet kulturelle Identität für mich?

Das Sokratische Gespräch ist eine Methode gemeinsamen dialogischen Bemühens um die Klärung grundsätzlicher Fragen. Das Thema dieses Sokratischen Gespräches lautet: "Was bedeutet kulturelle Identität für mich?" Im Zentrum steht die Verständigung über die Wichtigkeit oder Unwichtigkeit kultureller Zugehörigkeiten. In diesem Sokratischen Gespräch werden konkrete Erfahrungen ausgetauscht, nicht abstrakte Ideen oder Theorien. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hinterfragen grundlegende Überzeugungen und Maßstäbe des eigenen Denkens und Handelns. Ob diese tragfähig sind, beantwortet die Gruppe in einem gemeinsamen Denkprozess. Ein Moderator hält den roten Faden und hilft bei der Verständigung untereinander. Die Veranstaltung richtet sich an Menschen, die Lust am Dialog haben und ihre eigenen Überzeugungen überprüfen möchten.

Referent: Dr. phil. Dieter Krohn, Dipl.-Päd., Lehrer in allen Schulformen und -stufen; Lehrtätigkeit an der Universität und in der Aus- und Weiterbildung von Englischlehrern; Leitung Sokratischer Gespräche seit 1969; seit ihrer Gründung (1994) Erster Vorsitzender der „Gesellschaft für Sokratisches Philosophieren e.V.“.